60 Jahre Kalle – Haus Party III

Deko Sistaaa

Tag 41, Freitag 13.06.2014

Ich hoffe ich übertreibe nicht, wenn ich sage, dass Seegers Haus Partys in Spöck mittlerweile einen legendären Status erreicht haben.   Nach Elenas ungeplanter Party während eines Urlaubs meiner Eltern und Mums geplanter Party zum 50. Geburtstag ist nun Dad an der Reihe, er wird schließlich 60 Jahre und das kann man noch mal so richtig feiern. Ehe Dad überhaupt nur ein Fünkchen dazu sagen konnte, entschieden Elena und ich bereits über den Ort der Veranstaltung, kreierten Einladungskarten und luden die Gäste ein. Jetzt kommt er nicht mehr raus. Direkt danach konnte ich mich beruhigt nach Malaga verdünnisieren – die restlichen Vorbereitungen kann der Kalle ja dann selbst übernehmen.

Passend zum Lebensmotto von Kalle wählten wir das Motto der Party: Es lebe der Sport. Und damit waren keine Randsportarten wie Curling oder “Schwanznasen”-Sportarten wie Golf oder Skat gemeint, sondern richtiger Sport….also alles mit Ball oder Motor (gemäß dieser Definition müsste Motoball der absolute Lieblingssport von Dad sein!).

Pünktlich zum Geburtstag unterbreche ich also meinen Spanischkurs für zwei Tage und fliege mit Ryanair nach Hause. Ein bisschen Helfen beim Auf- und Abbau gehört sich als Mustersohn ja schließlich. Das bisschen Aufbauen wird allerdings umfangreicher als Gedacht. Probleme bereiten nicht etwa das Stellen der Bar, der Aufbau der Biertische oder das Ausräumen des Hauses, Nein! Die größten Schwierigkeiten und längste Zeit nimmt das Dekorieren mit Fan- und Sportartikeln in Anspruch. Wie kommt das? Nun, meine geliebte Schwester hatte den Auftrag mit 250,- € in der Tasche Plastikbesteck, Becher, Servierten, Plastikteller, etc. und eben auch ein bisschen Deko zu kaufen – ein Fehler! Das dynamische Duo Elena und Janina kamen mit lediglich 50 Tellern, 50x Besteck, ein paar Servietten und ein paar Becher zurück (man beachte: für 70 Gäste!!! Sollten die Plastikteller zwischendurch in die Spülmaschine?). Wer jetzt an Rückgeld denkt ist schief gewickelt. Die restlichen 223,40 Euro wurden großzügig für Dekoartikel ausgegeben: Luftballons, Deutschland-Fahnen, Miniatur-Pokale, Deutschland-Fahnen, Girlanden, Deutschland-Fahnen, Kerzen, große Deutschland-Fahnen, Miniatur-Tore und -Spieler, noch mehr Deutschland-Fahnen! Denke wir hätten ein komplettes WM-Stadion mit Fan-Artikeln ausstatten können! Man muss eben Prioritäten setzen. Wer braucht schon Teller und Becher, wenn er auch Flaggen haben kann!

Die Bar
Die Bar
Deko Sistaaa
Deko Sistaaa
Falsche Kostümwahl
Falsche Kostümwahl

Dennoch schaffen wir es rechtzeitig zum Fest mit den Vorbereitungen fertig zu sein und unser Barpersonal zu instruieren – naja, zumindest das Personal, dass auch anwesend ist. Überraschender Weise erscheinen auch nahezu alle Gäste in einem passenden Sportlerdress und leben das Motto. Als bestes Kostüm des Abends nominiere ich meinen Onkel Heiko, der ein selbstgebasteltes Trikot mit der Aufschrift “Seeger, aber mit 3 E” und einer Roten Karte trägt – eine Hommage  an meinen lieben Dad, der schon zu Zeiten als aktiver Fußballspieler seine Klappe gegenüber den Schiris nicht halten konnte und bei der Frage nach seinem Namen dies antwortete. Das Resultat: Eine Rote Karte! Sehr geil. Ich selbst habe mir mit meinem Kostüm sprichwörtlich ein Eigentor geschossen. ich trage meinen Wetsuite vom Surfen, mit dem ich normalerweise in 13 Grad kaltem Wasser plansche – leider hat es heute circa 30 Grad im Schatten und gefühlte 80 Grad im Wetsuite. Ich schwitze merklich. Meine Tante weißt mich nach kurzer Zeit auf eine von mir gezogene Schweißspur hin. Langsam wird es widerlich – in den Neoprenschuhen haben sich circa 3 Liter Flüssigkeit angesammelt. Igitt!

Dads Rede
Dad’s Rede

Es ist Zeit das Buffet zu eröffnen – natürlich Dad’s Aufgabe und eigentlich eine Affäre von 3,5 Sekunden. Jeder der Anwesenden erwartet in etwa: “Servus, Buffet ist eröffnet, haut rein!”. Doch es wird komisch, und seltsam, und überraschend – mein Dad hält tatsächlich eine längere Rede. Hier ein Auszug: “...man hätte ja auch in einem Restaurant feiern können. Aber Ihr wisst ja, dass wir gerne Parties in unserem Haus machen, geplant oder ungeplant. Außerdem hat mein Junior direkt entschieden, dass es mal wieder an der Zeit für eine Hausparty ist…und zwei Woche später hat er sich nach Malaga verpisst…bis Dienstag, da durfte ich ihn vom Flughafen abholen. Jetzt hab ich gedacht, gut, jetzt wird endlich gearbeitet! Aber was passiert? Dienstag nix, muss sich vom Flug erholen und Leute treffen, Mittwoch nix, Arzttermine, Donnerstag nix Arzttermin…und stellt Euch vor was der Doktor Huber diagnostiziert hat: Junior hat eine Blockade am Arbeitsnerv! Ist das zu fassen? Ich hab ihn dann zum Jain (Chiropraktiker) geschickt, der konnte die Blockade temporär lösen. Naja, zum Glück hab ich da ja auch noch meine Tochter und Zweittochter…die sind wie verbissene Pitbulls. Die haben alles organisiert, geplant, eingekauft, gebastelt, dekoriert und bestellt – das Problem ist bloß, jetzt bin ich arm wie eine Kirchenmaus. Und weil die Deko so teuer war, haben wir ein wenig am Essen gespart. Die Bruchsaler Tafel hat freundlicher Weise ein paar Reste gebracht – aber schnell Essen, ist alles abgelaufen! Also, Ihr könnt loslegen. Aber denkt bloß nicht, dass Ihr Schwanznasen bedient werdet. Entweder Ihr holt es Euch selbst, oder Ihr verhungert halt…das ist mir dann auch grad Wurscht!

Daaaaaaad!!! Wo hast das denn ausgegraben? So etwas hab ich ja noch nie von Dir gehört! Ich schmeiß ich weg! Und wie kommt er auf die Idee, mein Arbeitsnerv sei blockiert? Bis vor 5 Minuten wusste ich nicht einmal, dass ich so etwas habe! Allerdings könnte ich mir diesen suspekten Nerv spätestens morgen früh wieder zerren, klemmen, blockieren, ausrenken, reißen oder sonst etwas, um mich vor dem Aufräumen zu drücken.

Nach dem Essen geht die Feier erst so richtig los. Jedoch getreu des Mottos “Was in Casa Seeger passiert, bleibt in Casa Seeger!” kann ich hier keine pikanten Details preisgeben. Nur so viel: Zu späterer Stunde wurden Heiratsverträge geschlossen, Kamele gehandelt, Schlagerstars (Helene Berg) abtransportiert und ein Großraumtaxi für einen Gast einschließlich seiner Bar bestellt! Zudem sagen Bilder ohnehin mehr als tausend Worte (um gleich zweimal in einem Absatz in die Phrasenkiste zu greifen!). Alles in Allem, ein grandioses Fest mit tollen Gästen. Danke!

Geburtstag

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